Flotter Musik-Comedy-Mix mit Cocktails

Die Giessener Band „Immergruen“ spielte im Petterweiler Ratskeller
Breites Repertoire gekonnt präsentiert

 

Karben (dit). Zum flotten Musik-Comedy-Mix und zu temperamentvollen Tanzeinlagen gab’s erfrischende Fruchtcocktails: Mit einer abwechslungsreichen Bühnenshow gastierte die Giessener Band Band „Immergruen“ am Freitagabend im Ratskeller des Bürgerhauses Petterweil. In drei jeweils rund einstündigen Sets zeigte sich das Trio, mit dessen Engagement die Inhaber der Gaststätte, Beate Schneider und Hans-Jürgen Fuchs, eine im Mai 2003 in Leben gerufene Livemusik-Veranstaltungsreihe fortsetzten, äußerst vielseitig. Sängerin Marianne Blum, Gitarrist Michael Jehn und Schlagzeuger Thomas Mitsche nahmen die Gäste mit in die Klangwelt unterschiedlicher Stilrichtungen und luden sie zum fröhlichen Feiern ein. Mit von der Partie war Profi-Tänzerin Fransika Jehn, die mit ihren Darbietungen Schwung und gute Laune verbreitete.

Das kurzweilige Konzert, das Blum mit witzigen und zuweilen ironischen Kommentaren garnierte, umfasste temporeiche und verhaltene, unbeschwerte und nachdenklich stimmenden Meoldien. Instrumental- und Vokalbeiträge, Rock, Pop, Jazz, Reggae und Countrysound gaben sich ein Stelldichein.

Der Name der Band war Programm. „Immergruen steht für Evergreen. Wir spielen überwiegend bekannte Hits“, erklärte Blum. Das Repertoire des Ensembles umfasste unter anderem Jazz-Klassiker wie „Take Five“, Matt Biancos „Half a minute“ oder das einst von Ella Fitzgerald gesungene „Cheek to Cheek“. Zahlreiche Latin-Rhythmen, darunter „The Girl from Ipanema“ und „Mas que nada“ von Sergio Mendez erklangen.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer wurden nicht mit sklavischem Nachspiel konfrontiert, die Wiedergaben trugen die Handschrift der Interpreten. So mutierte die Rockversion „Move over“ der Rhythm- and Blues-Sängerin Janis Joplin zu einem entspannten Reggae. Den unvergessenen Hit „Me and Bobby McGee“ stimmte Blum auf der Ukulele an, dann setzten Michael Jehn mit der Bassgitarre und Thomas Mitsche mit dem Schlagzeug ein.

Zwischen „Guantanamera“, „Son of a Preacherman“, „Chove chuva“, „Night and Day“ und „Wave“ erklangen eigenen Werke des Kleeblatts wie „Ol’ Blues“ und „Hey sister“.
Die Musiker brachten ihr spezifisches Können zu Gehör. Mezzosopranistin Blum faszinierte mit ihrer Stimme.
Den jeweiligen Charakter der Lieder unterstrich sie durch tänzerische Elemente. Blum, die Gesang studierte, bundesweit Engagements wahrnimmt und seit vielen Jahren zusammen mit Pianistin Marina Gajda auftritt und unter anderem mit „Ein Hauch von Herz““ Erfolge feierte, profilierte sich gleichzeitig als Moderatorin.

Mit Reflesionen über den Inhalt der Songs sorgte sie ebenso für Heiterkeit wie mit ihren Betrachtungen über
das Outfit ihrer Kollegen oder die eigenen Frisur. Profimusiker Michael Jehn, der zahlreiche Soloprogramme bestreitet, begeisterte als Gitarrist. Thomas Mitsche, der verschiedenen lateinamerikanischen Combos angehört bewies sich als kunstfertiger Schlagzeuger. Die in ein farbenprächtiges Kostüm gehüllte, Lebensfreude versprühende Tänzerin Franziska Jehn beeindruckte mit ihren mitreißenden Einlagen.

Den Akteuren gelang es von Beginn an, das Publikum in die Show einzubinden. Bereits während des ersten Sets erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen. Sie sangen und tanzten mit und honorierten die Leistung
der Künstler mit viel Applaus.

„Immergruen startete als Experiment“, berichtete Blum. In der jetzigen Konstellation sei die Gruppe erstmals im Herbst 2002 anlässlich einer Vernissage zusammen aufgetreten. „Aufgrund des Erfolges fassten wir den Entschluss, die Kooperation auszubauen. Mittlerweile ist ein abendfüllendes Programm entstanden.
„Immergruen hat sich zu einem eingespielten Team entwickelt“, so die Sängerin.

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Wetterauer Bote, 2. November 2004